Dass man denen draußen die Kunst erzählt

Innenhof der Kunsthalle St. Annen, vor der „Bezahlschranke“ mit versteckten Funkgeräten (Foto: J.Georg Brandt)
Innenhof der Kunsthalle St. Annen, vor der „Bezahlschranke“ mit versteckten Funkgeräten (Foto: J.Georg Brandt)

Klanginstallation und Choreographie

Mehrere Funkgeräte (Sender) im Ausstellungsraum zur Nutzung durch die BesucherInnen, Empfangsgeräte in der Eingangshalle der Kunsthalle St. Annen, Lübeck.

 

 

Dass man denen draußen die Kunst erzählt
Dass man denen draußen die Kunst erzählt – Beschreibung der Kunst durch Funkgeräte – hinter der „Bezahlschranke“ …

 

Dass man denen draußen die Kunst erzählt – Beschreibung der Kunst durch Funkgeräte – hinter der „Bezahlschranke“ …

 

Dass man denen draußen die Kunst erzählt
Dass man denen draußen die Kunst erzählt

 

“Dass man denen draußen die Kunst erzählt” besteht aus Funkgeräten im Ausstellungsraum, über die die BesucherInnen die ausgestellten Arbeiten beschreiben können. Diese Beschreibungen werden übertragen an Funkgeräte in den Vorhof von St. Annen. Die Beschreibungen werden aufgrund von natürlichen Störungen bei der Funkübertragung und durch zeitgleiche Beschreibungen verschiedener BesucherInnen teilweise nicht immer verständlich sein – was mit Kunst korreliert: Auch Kunst behält trotz größter Kenntnisse Unverständliches, Rätselhaftes, Unverfügbares. Die „Unverständlichkeiten“ sind jedoch weniger als Störungen denn als poetischer Überhang zu bewerten im Sinne einer Klanginstallation, die durch die Stimmen und Funkgeräusche entsteht.

 

Durch die Performance der BesucherInnen, zu der sie durch die auffälligen Funkgeräte und des in Museen unüblichen Sprechens vor Kunstwerken – außer durch die Vermittlung der Fachleute bei Führungen – wird, entsteht eine Choreographie des Kunstbetrachtens. Wer darf in Kunstinstitutionen sprechen, ist eine in Frage gestellte Frage der Arbeit.

 

Eine andere ist die nach der kulturellen Spaltung der Gesellschaft, die auf die ökonomische zwangsweise folgt: Der Eintrittspreis – auch zur Eröffnung, bei der die einzigartige Gelegenheit gegeben wäre, dass Menschen mit den Kulturschaffenden in Kontakt kommen könnten – ist zu hoch, als dass sich Menschen mit geringem Einkommen einen Besuch leisten könnten. So bleibt die „Kulturelite“ unter sich – und ein Diskurs ist ausgeschlossen.

 

Die erzählenden BesucherInnen wechseln die Rolle vom Publikum zu AkteurInnen, während die anderen BesucherInnen als Publikum ein doppeltes Publikum werden.

 

“Die da draußen”, die noch keine BetrachterInnen sind, werden jedoch schon zum Publikum einer Klanginstallation.
Etwas subtiler wird in der Arbeit auch ein Riss im Sinne von Jacques Rancière thematisiert: Die Aufteilung des Sinnlichen …

Dass man denen draußen die Kunst erzählt (Kontext und Anleitung)